Warum eine Rassekatze "so teuer" ist - BKH Zucht vom blauen Traum aus Leipzig Liebertwolkwitz

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Wissenswertes

Warum ist eine Rassekatze so teuer?
Zitat:
Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.“


Oscar Wilde (Werk: Das Bildnis des Dorian Gray)


Wenn man sich noch nie mit dem Preis einer Rassekatze beschäftigt hat, ist man sicherlich im ersten Moment geschockt, wenn man Preise von € 500,00 und mehr hört.
Wer sich eine Rassekatze kaufen möchte, tut dies unter Berücksichtigung von Aussehen und Rassemerkmalen. Außerdem erwirbt man bei einer Rassekatze, wenigstens bis zu einem bestimmten Grad, die Gewissheit, das sie bestimmte Charaktereigenschaften und rassespezifische Merkmale besitzt. Dagegen ist es bei einer Hauskatze immer so ein bisschen die "Katze im Sack". So richtig sicher kann man nie sein,  was einen erwartet.
Was macht nun den Preis einer Rassekatze aus?

Zunächst einmal variieren die Preise für Rassekatzen erheblich. Für seltene Rassen oder Moderassen muss oft ein weitaus höherer Preis entrichtet werden, als für andere Rassen. Britisch Kurzhaar Katzen kosten meist ab € 500,00 und mehr. Auch hier gibt es jedoch Unterschiede, ob es sich um ein reines Liebhabertier oder um eine Zuchtkatze handelt.

Wenn man von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 15 Jahren ausgeht und einen Durchschnittspreis von € 750,00 zugrunde legt, kostet Sie diese Katze aufgerundet gerade einmal 14 Cent am Tag! Nicht viel, für das, was so eine Katze einem gibt, nicht wahr?

Ein Irrglaube ist, dass die Stammbäume den Preis einer Rassekatze ausmachen. Dies ist nur bedingt der Fall.  Der Stammbaum an sich kostet nicht viel, er variiert zwischen € 10,00 bis € 30,00 je nach Verein. Das, was jedoch hinter dem Stammbaum steht, fließt aber auf jeden Fall in den Preis mit ein: Um zu Papieren für sein Tier zu kommen, muss der Züchter sich gewissen Zuchtrichtlinien unterwerfen. Das heißt z. B.: Eine Katze darf erst gedeckt werden, wenn sie mindestens zwölf Monate alt ist, die Anzahl der Würfe ist beschränkt auf maximal 3 innerhalb von zwei Jahren, die Katze muss auf einer Ausstellung mindestens eine "vorzüglich"- Bewertung erhalten haben und dem Rassestandard entsprechen.  Dies unterscheidet den seriösen Züchter schon im vorhinein von wilden Vermehrern, denen die Anzahl der Würfe wichtiger ist, als unter weitestgehender Schonung der Muttertiere geborene gesunde, charakterfeste und dem Standard entsprechende Kitten.

Schon bevor eine Katze gedeckt wird, muss sich der Züchter Gedanken darüber machen, wer denn der Vater seiner zu erwartenden Kitten sein soll. Hier sind Ausstellungsbesuche, Kontaktpflege mit anderen Züchtern, oft lange Telefonate notwendig, bis man den richtigen Züchter gefunden hat. Dann wohnt der "Auserwählte" natürlich nicht unbedingt gleich um die Ecke. Reisekosten fallen an, um seine Katze zum Kater zu bringen, natürlich muss man sie auch wieder abholen. Und dann natürlich die Deckgebühren. Diese liegen im Durchschnitt zwischen € 200,00 und € 500,00, teilweise sogar noch Höher. Ausschlaggebend dafür ist die Qualität des Katers, welchen Titel, Charaktereigenschaften, etc. er hat.


Selbstverständlich muss auch das Muttertier vor der Deckung etliche Tests und Gesundheitschecks über sich ergehen lassen, dieses kostet auch viel Geld.
Ist man allerdings in der vermeintlich glücklichen Lage einen Deckkater sein eigen nennen zu können, hat man mit ganz anderen Kosten zu rechnen.

Die werdende Mutter zu Hause benötigt  neben ihrer sonst schon hochwertigen Ernährung besonderes Futter. Dieses Futter ist teurer als normales Futter.
Kommt dann endlich der spannende Moment und die Katze bringt ihre Babys zur Welt, geht es natürlich weiter. Weiterhin gutes Kittenfutter, natürlich sonstige Leckereien und Vitamine, nur das Beste für die junge Mami. Beginnen dann die Kleinen, selbstständig zu werden, kommt man aus dem Staunen nicht heraus, wie groß der Appetit so kleiner Fellbälle sein kann! Und natürlich wird eifrig Katzenstreu in der ganzen Wohnung verteilt!

Der nächste, der sich mächtig freut, ist der Tierarzt. Regelmäßige Wurmkuren sind für die Kleinen selbstverständlich, dann kommen die Impfungen. Tierarztkosten sind regional sehr unterschiedlich, so dass man kaum eine genaue Aussage darüber machen kann. Im Durchschnitt kostet ein Kitten beim Tierarzt für Wurmkuren, Impfungen, Untersuchungen, chip- Markierung ca. € 200,00. In diesen 200 ist das Futter ud die Streu noch nicht enthalten.

Natürlich muss der Züchter auch bekannt machen, dass er Katzenbabys zu verkaufen hat. Hierzu werden Annoncen in Zeitungen geschaltet, die Preise hierfür sind sehr unterschiedlich. Weitere Kosten fallen an für Vereinsbeitrag, Ausstellungen, Werbematerial, Bewirtung der Interessenten, für neue Kratzbäume usw an.
Dies alles gilt natürlich nur, wenn alles normal verläuft. Gelegentlich muss man auch mit Komplikationen rechnen, die Babys kommen mit Kaiserschnitt (Kosten hierfür zwischen € 150,-- bis 500,--) zur Welt, die Mutter kann sich nicht um ihre Babys kümmern und man muss alle zwei Stunden mit hochwertiger Kitten-Milch zufüttern usw. Selbstverständlich geht man einmal mehr zum Tierarzt, wenn man nur die geringste Befürchtung hat, irgendetwas könne nicht in Ordnung sein. Dann sind die Kosten für ein Kitten kaum noch kalkulierbar. Würde man dann noch seine eigene Zeit in Rechnung stellen, die man damit verbringt, die Kleinen zu "betüddeln", zu beschmusen, zu füttern und Pfötchen haltend an der Wurfkiste der Mutter zu sitzen, bis auch das letzte Kitten sauber geputzt und quietschfidel an der Zitze saugt - ein Katzenbaby wäre nicht zu bezahlen.

Vielleicht habe ich Sie mit diesem Text ein bisschen zum Nachdenken angeregt und etwas dazu beigetragen, ein immer noch vorherrschendes Vorurteil abzubauen: Kein seriöser Züchter wird mit seiner Katzenzucht Reichtümer erwerben! Ganz im Gegenteil. Für die meisten von uns ist Katzenzucht ein Hobby, das mit viel Emotionen und Engagement ausgeübt wird. Geld muss man dabei schon mitbringen, denn kostendeckend kann eine verantwortungsvolle Katzenzucht gar nicht sein!


Viele Züchter verbringen einen Großteil ihrer "katzenfreien" Freizeit damit, sich weiterzubilden. Dies gilt für den medizinischen Bereich, für die Genetik, den Erfahrungsaustausch mit anderen Züchtern usw. Sie haben sich ihrem Hobby mit Leib und Seele verschrieben, denn schließlich sammeln wir keine Briefmarken, die wir nach Lust und Laune hervorholen und wegtun können, wenn wir keine Lust mehr haben, sondern beschäftigen uns mit lebenden Wesen, die uns fordern - am Tag und auch in der Nacht - wenn sie es für nötig erachten. Aber möchten wir sie deswegen missen? Möchten wir die Erfahrung missen, um jedes Gramm eines Neugeborenen gekämpft zu haben und dann die glücklichen Momente zu erleben, wenn es es geschafft hat? Nein, sicher nicht. Auch nicht die Tränen, derer wir uns nicht schämen, wenn wir ein Katzenkind zu seinen neuen Besitzern gebracht haben. Um so größer ist dann die Freude, wenn wir hören, wie sehr sich die neuen "Menschen" an den von uns mit all unserer Liebe und Fürsorge aufgezogenen Kitten erfreuen.

 
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